Newsletter Ausgabe 51

Meldung vom Samstag, 8. Juni 2019

Annette Kluge & das gesamte WiPs-Team

Liebe Leserin, Lieber Leser,

 

Wenn Arbeitskolleg/inn/en anstrengend werden, weil sie nicht das tun, was wir uns vorstellen oder weil wir nicht tun, was sie sich vorstellen – wünschen wir uns dann nicht manchmal eine weniger emotionale Maschine als Kooperations- partner/in? So wie mein Auto (ohne „Navi“), einfach das tut was ich sage, und mir nicht sagt, wohin ich zufahren habe? Oder mein Toaster, meine Mikrowelle, mein Wasserkocher. All diese Küchengeräte erfüllen ihre Aufgabe, weil ich das so entscheiden habe. Aber wie wäre es, wenn mir mein Wasserkocher eine Aufgabe zuteilen würde? Oder mein Toaster. Wie würden wir das empfinden? Dieser Frage geht die Forschung von Alina Tausch nach, die die Mensch-Roboter- Aufgabenzuweisung untersucht.

 

Auch Pilot/inn/en und ihre Jets teilen sich Aufgaben. Sie weisen sich sogar gegenseitig Aufgaben zu. Aber diese Mensch-Maschine-Kollaboration, diese Form von funktionierendem kognitiven System, muss geübt werden. Über das Training, mit dem Ziel als kognitives System zu funktionieren, berichtet Helmut Blaschke, der in die Grundzüge des Competency-based Trainings einführt. Denn das Ziel von Training (Schulung, Unterweisung, Ausbildung etc) muss der tatsächlich gezeigte Kompetenzlevel sein, die „Proficiency“ und kann nicht auf Basis von geleisteten Stunden im Seminarraum bewertet werden. Um in den Kreisverkehr des „Arc de Triomphe“ in Paris erfolgreich und ohne Blechschaden ein- und wieder auszufahren reicht es nicht 10 h Theorie auf Französisch zu hören, und es reicht auch nicht den Kreisverkehr im 50-Seelendorf 10 mal erfolgreich zu durchfahren.

 

Die Frage nach der Zukunft der Arbeit beschäftigt uns am Lehrstuhl schon über das gesamte letzte Jahr hinweg. Und unser Exponat „Die Bochumer Bonbon Fabrik“ haben wir bereits stolz mehrfach erwähnt. Dieses Exponat wurde nun noch einmal angefragt und verdeutlicht exemplarisch die Zusammenarbeit von Mensch und Cyber-physischem System, was einen Menschen zukünftig darin unterstützen soll, alte „klebrige“ Routinen zu vergessen und neue Elemente einer Routine schneller zu erlernen. Arnulf Schüffler berichtet von der Reise des Exponats zurück nach Berlin (wo es in 2018 aufs Forschungsschiff ging) und nun in einen neuen Kontext fand- den der Digitalisierung.

 

 

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer und Maschinen, die gerne mit Ihnen kooperieren!

 

Annette Kluge & das gesamte Wips Team


Download